Das älteste weltliche Gebäude Burg Stargards, das Alte Hospital ist seit dem 13. März 2018 wieder bewohnt. Nun probt hier der Heimatchor Burg Stargard e.V. Während der offiziellen Einweihungsfeier, an der auch Bürgermeisters Tilo Lorenz und die Leiterin des Hauptamtes in der Stadtverwaltung, Marion Franke, teilgenommen hatten, waren die Mitglieder des Chores bester Stimmung. Denn die Bedingungen für die Ausübung ihres schönen Hobbys haben sich spürbar verbessert.

Foto: Bürgermeister Tilo Lorenz und Hauptamtsleiterin Marion Franke überreichen Gundula Reek Präsente zur Einweihung.

Rund ein Jahr hat es gedauert, bis die 21 Mitglieder des Heimatchores endlich einen geeigneten Raum für ihre Probentätigkeit und das Vereinsleben in Besitz nehmen konnten. Viele Chöre oder Vereine sind es im Lande nicht, die ein so geschichtsträchtiges Gebäude als Heimstatt vorweisen können. Das hob Vereinsvorsitzende Gundula Reek in ihrer Eröffnungsrede auch hervor: „Wir sind wirklich froh, mit dem Alten Hospital nun endlich eine feste Bleibe und somit prima Bedingungen zur Ausübung unserer schönen Freizeitgestaltung zu haben.“ und sie fügte die weitere gute Botschaft hinzu, dass der Heimatchor Burg Stargard e.V. seit dem 1. März 2018 Mitglied im Chorverband Mecklenburg /Vorpommern sei. In Richtung Bürgermeister dankte Gundula Reek im Namen aller Choristen für dessen große Unterstützung bis zum Einzug in der Kurzen Straße 1 in Burg Stargard.

Bis vor knapp vier Jahren hatte der Hospitalverein hier gearbeitet. Danach stand das Gebäude leer. Bis Mitte März diesen Jahres. „Es ist prima, dass in dieses Haus in guter Stadtlage mit dem Heimatchor nun wieder wieder Leben einkehrt“, zeigte sich auch das Tilo Lorenz erfreut über diese gute Entwicklung. Daran war er nicht unbeteiligt. Den Hilferuf von Gundula Reek nach Unterstützung für einen neuen Probenraum nahm der Rathauschef durchaus ernst. Denn nach der überraschenden Kündigung des bis dato genutzten Probenraums durch den Vermieter in Quastenberg stand der Chor ja quasi auf der Straße. Die Frage, wo man künftig proben kann, war akut. Die Diakonie in der Carl-Stolte-Straße kam dem Chor entgegen und stellte zunächst einen Raum zur Verfügung. Einige Zeit später kam aus der Stadtverwaltung ein Zeichen. Burg Stargards Bürgermeister sagte die Unterstützung der Stadt bei der Quartierssuche zu. Und er bot zur Überraschung und Freude des Heimatchores das Alte Hospital als künftiges Vereinshaus an. Geduld musste indes noch aufgebracht werden. Denn eine neue Heizungsanlage war vonnöten, und die Denkmalpflege hatte auch noch ein gewichtiges Wort mitzureden. Nachdem endlich die Heizung funktionierte und einige Reparaturarbeiten durchgeführt waren, an denen sich zum Teil Vereinsmitglieder beteiligt hatten, waren es nur noch Kleinigkeiten, die dem Einzug entgegenstanden. Die erste Probe wurde zur Freude aller Choristen dann am 12. Februar 2018 hier abgehalten.

Foto: Vereinsvorsitzende Gundula Reek (links) und Chorleiterin Barbara Gepp zeichnen für die organisatorische bzw. musikalische Leitung des Chores verantwortlich.

Nun probt der Chor unter Leitung von Barbara Gepp. Für die 60-jährige Chorleiterin, Organistin und Lehrerin für Blockflöte sei es „ein Vergnügen, mit dem Heimatchor zu arbeiten.“ Sie sei vor über einem Jahr von Köln nach Feldberg gezogen. „Wegen der herrlichen Lage und der guten Luft“, sagt sie. Und nicht lange nach ihrer Ankunft in der Wahlheimat gründete Sie einen Chor – versteht sich. Zusammen mit dem Burg Stargarder sind es nun gleich zwei. „Als mich Gundula Reek 2017 ansprach und mich fragte, ob ich nicht die Chorleitung übernehmen wollte und ich während eines Sommerfestes die Mitglieder kennenlernen durfte, war ich überzeugt. “Die Chemie zwischen uns stimmte auf Anhieb“, so Barbara Gepp. Ihr erster gemeinsamer Auftritt war im September des vergangenen Jahres am Neubrandenburger Reitbahnsee. Das Repertoire – z.B. bekannte Volkslieder, Stücke der ehemaligen Chorleiterin Barbara Ristau, moderne Lieder wie “Yesterday” von den Beatles und “Nimm dir Zeit zu leben” von Manfred Bühler sowie Stücke des Bernauer Komponisten und Texters Steven Taylor – will sie beibehalten und nur behutsam erweitern. Dass die Stimmung im Chor nicht nur an diesem besonderen Nachmittag des 13. März 2018 prima ist, bestätigt Rüdiger Nopirakowski: „Ich bin jetzt seit rund vier Jahren dabei und der einzige Mann, der hier mitsingt. Ich fühle mich sehr wohl, denn der Chor ist wie eine große Familie. Es gibt ein wunderbares Zusammengehörigkeitsgefühl, wir helfen uns gegenseitig, unternehmen Ausflüge und feiern auch gern einmal gemütlich.“ Vor allem sei es aber die Freude am gemeinsamem Singen, die zusammenschweißt, sagt der 67-jährige lächelnd. Und er erntet bei „seinen“ Damen ungeteilte Zustimmung. Klar wurde in zahlreichen Äußerungen auch, dass der Chor sich über weitere weibliche und männliche Sänger freuen würde. Vor allem Verstärkung für den „Hahn im Korbe“ wäre für alle eine Bereicherung.

Foto: Die Mitgliedern des Heimatchores Burg Stargard e.V. freuen sich über die neue Probenstätte im Alten Hospital und stellen sich dem Fotografen gern für ein Foto zur Verfügung.

Am kommenden 12. Mai wird der Heimatchor seinen ersten Auftritt in diesem Jahr haben. Es wird ein Frühlingskonzert sein, das in der Stargarder Johanneskirche stattfindet. „Alle Burg Stargarder und Gäste der Stadt laden wir ganz herzlich dazu ein“, so Vereinschefin. Im Anschluss an die offizielle Einweihungsfeier fand dann die Jahreshauptversammlung des Chores statt.

Bodo Lubensky